Wissen: Gewerbesteuer

Die Bedeutung der Gewerbesteuer bei der Standortwahl
Die Gewerbesteuer ist eine wesentliche Steuerbelastung für fast alle Gewerbetreibenden in Deutschland und beeinflusst direkt das operative Ergebnis eines Unternehmens. Diese Steuer wird von den Gemeinden erhoben und variiert je nach festgelegtem Hebesatz erheblich. Unternehmer sollten daher den Hebesatz bei der Standortwahl für Ihr Unternehmen berücksichtigen, da er erhebliche Auswirkungen auf die Kostenstruktur und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens haben kann.
Was ist die Gewerbesteuer und wer muss sie zahlen?
Die Gewerbesteuer ist eine Steuer, die auf den Gewinn eines Gewerbebetriebs erhoben wird und direkt an die Gemeinde fließt, in der das Unternehmen seinen Sitz hat. Jeder Gewerbebetrieb in Deutschland ist grundsätzlich gewerbesteuerpflichtig. Ausnahmen bilden Freiberufler und einige andere spezielle Berufsgruppen, die nicht unter die Definition eines Gewerbebetriebs fallen. Die Besonderheit dieser Steuer liegt darin, dass es keinen festgelegten Steuersatz gibt. Das hat zur Folge, dass die Gewerbesteuer nicht überall gleich hoch ist und von Gemeinde zu Gemeinde abweichen kann.
Rechenbeispiel
Gewinn aus Gewerbebetrieb | 90.000 € | ||
Hinzurechnungen nach §8 GewStG | + 20.000 € | ||
Kürzungen nach §9 GewStG | -10.000 € | ||
Gewerbeertrag | = 100.000 € | ||
Steuermesszahl | х 3,5% | ||
Messbetrag | 3.500 € | ||
Durschnittlicher Hebesatz Deutschland | München | Gräfelfing | |
---|---|---|---|
HebesatzХ | 435% | 490% | 250% |
Gewerbesteuer = | 15.225 € | 17.150 € | 8.750 € |
50% Ersparnis durch Firmensitzwechsel aus München | |||
43% Ersparnis im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt |
Wie kann ich meine Gewerbesteuerlast minimieren?
Es gibt verschiedene Strategien, um die Gewerbesteuerlast zu minimieren. Dazu gehört die sorgfältige Planung von Investitionen und Betriebsausgaben, um den Gewerbeertrag zu reduzieren. Unternehmen können auch Standorte mit niedrigeren Hebesätzen in Betracht ziehen, um die Steuerlast zu senken. Zudem sollten Möglichkeiten der steuerlichen Verlustvorträge genutzt werden, um zukünftige Gewinne zu mindern. Es ist ratsam, sich von einem Steuerberater individuell beraten zu lassen, um alle legalen Möglichkeiten zur Steuerminimierung auszuschöpfen.
Welchen Einfluss hat der Hebesatz einer Gemeinde auf die Gewerbesteuer?
Der Hebesatz ist ein Multiplikator, den jede Gemeinde individuell festlegt und der auf den Gewerbesteuermessbetrag angewendet wird, um die tatsächlich zu zahlende Gewerbesteuer zu ermitteln. Ein höherer Hebesatz führt zu einer höheren Steuerlast für Unternehmen, während ein niedrigerer Hebesatz die Steuerlast verringert. Unternehmer sollten den Hebesatz bei der Standortwahl für Ihr Unternehmen berücksichtigen, da er erhebliche Auswirkungen auf die Kostenstruktur und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens haben kann.
Wie wird die Gewerbesteuer berechnet?
Die Berechnung der Gewerbesteuer beginnt mit der Ermittlung des Gewerbeertrags, der sich grundsätzlich aus dem Betriebsergebnis laut Einkommen- oder Körperschaftsteuererklärung ergibt. Von diesem Betrag werden etwaige Freibeträge abgezogen (z.B. 24.500 Euro für Einzelunternehmen und Personengesellschaften). Der resultierende Betrag wird mit einer Steuermesszahl (aktuell 3,5% für alle Unternehmen) multipliziert, um den Steuermessbetrag zu erhalten. Dieser Steuermessbetrag wird dann mit dem Hebesatz der jeweiligen Gemeinde multipliziert, um die tatsächlich zu zahlende Gewerbesteuer zu bestimmen. Berechnen Sie Ihre Gewerbesteuer und die potenzielle Ersparnis durch eine Firmensitzverlegung mit unserem Gewerbesteuerrechner.
Wie hoch ist der Freibetrag bei der Gewerbeertragsteuer?
m Rahmen des Gewerbesteuergesetzes (GewStG) werden bestimmte Freibeträge für die Berechnung der Gewerbesteuer gewährt, die insbesondere für Personengesellschaften und Vereine anwendbar sind. Diese Regelung erlaubt es, einen festgelegten Betrag vom Gewerbeertrag abzuziehen, bevor die Steuermesszahl zur Anwendung kommt, wodurch der steuerpflichtige Ertrag verringert wird. Folglich können kleinere Gesellschaften, deren Gewerbeertrag unter diesem Freibetrag liegt, von der Gewerbesteuer befreit sein.
Der aktuelle Freibetrag für natürliche Personen sowie Einzelunternehmen und Personengesellschaften liegt bei 24.500 Euro gemäß § 11 Abs. 1 Nr. 1 GewStG, während für Vereine ein Freibetrag von 5.000 Euro angesetzt wird. Im Gegensatz dazu erhalten Kapitalgesellschaften keinen Freibetrag. Zudem sind Land- und Forstwirtschaftsbetriebe von der Gewerbeertragsteuer ausgenommen.
Nichtgewerbliche Berufszweige, wie die der Freiberufler, unterliegen nicht der Gewerbesteuer. Trotzdem besteht für Gewerbetreibende die Möglichkeit, Ihre Gewerbesteuerlast auf die Einkommensteuer anzurechnen, um eine Benachteiligung gegenüber Freiberuflern zu vermeiden. Seit dem Steuerjahr 2020 ist die Höchstgrenze für diese Anrechnung das Vierfache des Gewerbesteuermessbetrags.
Wie hoch ist der durchschnittliche Gewerbesteuerhebesatz aller deutschen Gemeinden?
Der durchschnittliche gewogene Hebesatz der Gewerbesteuer bleibt für die 701 deutschen Städte und Gemeinden mit mehr als 20.000 Einwohnern bei 435 Prozent, identisch zum Vorjahr.
Die Bandbreite der Gewerbesteuerhebesätze in Deutschland ist sehr groß und variiert je nach Gemeinde oder Stadt. Sie reicht von etwa 250 Prozent in einigen Gemeinden bis zu über 800 Prozent in anderen. der höchste Satz liegt bei 900 Prozent.